Papo & Yo

© Minority Media
Das Monster erweist sich als treuer Weggefährte - solange es keine giftgrünen Frösche frisst. Dann wird es zum unberechenbaren Biest.
Minority Media nennt sich treffenderweise die Spieleschmiede hinter "Papo & Yo". Das Game ist tatsächlich weit entfernt vom Spiele-Mainstream. Dabei wüsste der kreative Kopf des PS3-Download-Titels genau, welche Zutaten es braucht, um einen massentauglichen Blockbuster zu kreieren: Vander Caballero war Design-Director beim Branchenriesen EA, geht nun jedoch lieber eigene Wege. "Papo & Yo" erzählt die ungewöhnliche Geschichte vom Jungen Quico, der nach einem Heilmittel für ein Monster sucht, das sich mal als treuer Weggefährte erweist, mal zur unkontrollierbaren Gefahr für seine Umgebung wird. Der aus einer wohlhabenden kolumbianischen Familie stammende Caballero macht kein Geheimnis daraus, dass das ambivalente Verhältnis seiner Spielfiguren inspiriert ist von den Erfahrungen mit seinem alkoholkranken Vater.
Es war nicht zuletzt diesem ungewöhnlichen Bekenntnis zu verdanken, dass "Papo & Yo" schon vor dem Release bemerkenswert viel Beachtung erfuhr. Was den Titel besonders macht, ist allerdings auch das Spielgeschehen selbst. Gewalt ist hier keine Lösung. Und anstatt hektisch durch Level-Labyrinthe zu hetzen, erforscht der Spieler zu meditativen Sphärenklängen in aller Ruhe eine offene Welt, die sich zur Not auch auf den Kopf stellen lässt.
"Papo & Yo" ist ein Mix aus Jump&Run, Puzzle und Adventure. In einer surrealen Version lateinamerikanischer Favelas kann Quico die Grenzen der Realität ebenso sprengen wie die Gesetze der Physik. Imaginäre Zahnräder, Schalter oder Schlüssel lassen sich benutzen, um Hindernisse zu überwinden. Durch die Interaktion werden Betonmauern eingerissen, als wären sie aus Papier. Tore öffnen sich, bunte Barracken beginnen zu laufen oder zu fliegen, der Boden wird zum Aufzug, Treppen und Brücken entstehen aus dem Nichts.
Videos zum Spiel:
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