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8 August 2012 | Von Jens-Ekkehard Bernerth
Sommerflaute? Diese Action-Spiele sorgen für Kawumm

Spec Ops: The Line



Sommerspiele: Diese Action-Titel sorgen für Kawumm (© Hersteller)
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(Yager/2K - PC, PS3, Xbox 360 - bereits erschienen)

Ein Spiel mit tieferem Sinn möchte 2Ks "Spec Ops: The Line" sein. Der Shooter des Berliner Studios Yager setzt dabei auf moralische Entscheidungen, eine wendungsreiche Geschichte und drastische Momente, verpackt in einem Standard-Shooter-Gewand.

Die Geschichte des Titels ist schnell erzählt: Ein Delta-Force-Team rund um den charismatischen Captain Martin Walker wird in die verwüstete Stadt Dubai gesandt, um sich auf die Suche nach der verschollenen 33. Kompanie und ihrem Kommandanten, Joseph Konrad, zu machen. Was er nicht ahnt: Der Aufklärungs- und Rettungstrip soll als Alptraum enden, in dem neben Walker und der gesuchten 33. Kompanie noch munter die CIA mitmischt.

Sind zu Beginn der Weg und die Feindrollen klar verteilt, ändert sich schon bald das Bild: Walkers Team wird nicht nur von Arabern, sondern auch von Soldaten der 33. Kompanie angegriffen. Zudem wird Walker immer mehr in den Sog der unwirklichen Welt des untergegangen Dubais und der damit verbundenen Lage gesaugt: Was ist richtig, was ist falsch? Hat die CIA Gutes im Sinn, oder ist ihr Handeln von purer Niedertracht bestimmt? Und was hat Konrad und die 33. Kompanie für Absichten? Die Unklarheit geht den Protagonisten an die Substanz, was sich nicht nur in Wortgefechten und Zweifeln äußert, sondern sich auch im Erscheinungsbild und den Handlungen niederschlägt, etwa wenn ein Gegner hingerichtet wird.

Zwar reiht sich in "Spec Ops" nicht Entscheidung an Entscheidung, doch sorgen die teils drastisch inszenierten Schlüsselszenen für einen unterschiedlichen Ausgang der Story. Allerdings ist es den Entwicklern anzukreiden, dass dem Spieler nicht immer die Wahl gelassen wird, wie vorgegangen wird, etwa bei der Phosphor-Szene: Es wird nicht wenige Zocker geben, die nur äußerst widerwillig den Auslöser gedrückt haben, eben weil das Spiel einen dazu zwingt, und stattdessen lieber einen alternativen Weg gewählt hätten.

Trotzdem ist "Spec Ops" ein außergewöhnlicher Titel: Herrschen zu Beginn klare Feindbilder und gewohnte Mechanismen, ändert sich das Spielgefühl im Verlauf der Zeit immens. Einfach gesagt: "Spec Ops" macht es einem gegen Ende immer schwerer, Spaß an den großteils gut funktionierenden Mechanismen zu haben, eben weil die Zweifel an der Sinnhaftigkeit und dem Tun der Figuren immer größer werden. Dennoch sollte dieser Titel durchgespielt werden, da erst am Ende quasi der Aha-Effekt kommt und das ganze Ausmaß der Geschichte klar wird.

In Punkto Gameplay und Technik braucht sich "Spec Ops" nicht zu verstecken, selbst wenn es in Punkto Grafikpracht keine neue Messlatte setzt. Dafür sind die Effekte und Animationen gefällig, vor allem die Sandstürme gefallen. Die Steuerung funktioniert auch großteils, teils weigerte sich zwar der eigene Recke, in Deckung zu gehen, und rannte stattdessen lieber fröhlich an der Mauer entlang und somit in den Kugelhagel. Trotzdem waren Frustmomente selten, nur hätten manche Checkpunkte etwas fairer gesetzt beziehungsweise manche Feindeswellen weniger knackig gehalten werden können.

Unterm Strich ist "Spec Ops - The Line" ein besonderes Spiel, und durchaus ein Kandidat für die Bezeichnung "Antikriegsspiel". Denn selten zuvor wurde der Schrecken und die Sinnlosigkeit eines Konflikts so drastisch vor Augen geführt, ohne in die Sensationsgeilheit abzurutschen. Chapeau.

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