Foto: Rebellion

Zwei Dutzend Redakteure drängen sich um acht PlayStation 3-Konsolen, um drei Spezies beim Überlebenskampf zuzusehen: Menschen, Aliens und Predators. Auf Einladung von Sega und Rebellion trafen sich ausgewählte europäische Journalisten in London, um zum ersten Mal den Multiplayer-Modus des Shooters Aliens vs. Predator zu spielen, der im Frühjahr 2010 für Xbox 360, PlayStation 3 und PC erscheinen soll. Über die drei Kampagnen – je eine für jede Spezies – hat man schon viel gehört und auf Messen gesehen. Aber was ist mit den Multiplayer-Partien, wie spielen sich die? Wir haben AvP ausführlich probegespielt.

Das Bild ist - wie alle anderen in diesem Artikel - gestellt und entspricht weder der Spielerfahrung noch der Spielperspektive.

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Erste Erkenntnis: Die vier Spielmodi, die Aliens vs. Predator anbieten wird, fallen ziemlich gewöhnlich aus. Neben klassischem Deathmatch mit bis zu 18 Personen gibt es drei mehr oder weniger kooperative Varianten. In »Predator Hunt« übernimmt einer der Spieler die Rolle des außerirdischen Jägers, der Marines zur Strecke bringt. Wer von dem Menschen den Predator umlegt, schlüpft selbst in seine Haut. »Survivor« ist eine Neuauflage aus Aliens vs. Predator 2 und funktioniert ähnlich wie der Survival-Mode aus Left 4 Dead, bei dem sich die Spieler so lange wie möglich gegen immer stärkere Feindwellen verteidigen. In »Infestation« schließlich wird ein Spieler aus einer Gruppe von Marines zum Alien und muss seine ehemaligen Kameraden zur Strecke bringen. Gefallene Menschen erstehen ihrerseits als Aliens neu auf, bis am Schluss ein letzter Überlebender übrig bleibt -- eine Variante von Last Man Standing. Die mäßig originellen Modi wertet Aliens vs. Predator dadurch auf, dass es mit Marines, Aliens und Predator drei grundverschiedene Parteien ins Spiel schickt, die sich in ihren Eigenschaften und also ihrer Taktik stark unterscheiden.

Marines verlassen sich auf ihre Distanzwaffen und den Bewegungsmelder.

Marines verlassen sich auf ihre Distanzwaffen und den Bewegungsmelder.

Marines, so formuliert es der Senior Producer David Brickley, sind »bad-ass soldiers« -- knallharte Soldaten. Gegen außerirdische Kampfmaschinen wirken sie trotzdem ziemlich zerbrechlich. Die außerirdische Welt ist feindlich, im Schatten können Aliens lauern, getarnte Predators sind für Menschenaugen unsichtbar. Nur das schrille Fiepen des Bewegungsmelders deutet an, dass sich irgendwo irgendwas bewegt. Menschen sind schwach, und diese Erfahrung vermittelt der Multiplayer-Modus von Aliens vs. Predator eindrücklich. Im Vergleich zu Aliens und Predators laufen Marines im Schneckentempo, sie halten kaum Treffer aus, durchschauen keine Tarnung, müssen Munition und frische Lebensenergie im Level aufklauben, indem sie herumliegende Päckchen suchen. Sie sind schwach im Nahkampf, können keine schweren Schläge ausführen und keine Todesstöße ausführen. Sie funzeln mit Taschenlampen ins Dunkel, der Lichtschein macht sie zu weithin sichtbaren Zielen. Sie sind hilflose kleine Dinger. Aber sie haben ihre Waffen, und das gibt ihnen einen großen Vorteil: Sie kämpfen auf Distanz. Und sie sind flexibel. Zur Standardausrüstung gehören Sturmgewehr und Pistole, dazu kommen aufsammelbare Waffen wie die Schrotflinte oder der Flammenwerfer. Jedes Gewehr hat zwei Feuermodi.

Aliens vs. Predator - Preview

In der Praxis sind die Marines am leichtesten zu steuern, weil sie sich spielen wie jeder normale Shooter. Aber wer ein unerfahrener Spieler ist, stirbt als Marine im Sekundentakt, denn die Menschen sind den Außerirdischen extrem unterlegen. Deshalb brauchen Marine-Spieler Übung und einen kühlen Kopf, sie müssen stets den Bewegungsmelder beobachten, selbst in Bewegung bleiben, die richtige Waffe wählen, schnell reagieren. Wer gut zielt, pflückt Aliens mit wenigen Schüssen von der Wand, bevor sie überhaupt in Angriffsnähe kommen.

Überraschung ist alles: Aliens müssen ihren Tempovorteil, Schatten und die Levelarchitektur nutzen.

Überraschung ist alles: Aliens müssen ihren Tempovorteil, Schatten und die Levelarchitektur nutzen.

Ein Alien ist eine wandelnde Biowaffe, ein extrem effizienter Killer, der Körper gefüllt mit ätzender Säure, die sich in Sekunden durch jede Rüstung frisst und beim Tod des Aliens zischende Pfützen hinterlässt. Aliens jagen andere Lebewesen als Wirtskörper für ihre Brut. Für ein Alien verlieren Begriffe wie »unten« und »oben« ihre Bedeutung, sie laufen überall, an Wänden, kopfüber an Decken, schlängeln sich um Säulen und springen von Wand zu Wand. Aliens sind schnell, die schnellste der drei Fraktionen; im Sprint-Modus nehmen sie so viel Geschwindigkeit auf, dass sie nur noch mit viel Fingerspitzengefühl zu kontrollieren sind. Sie benutzen ihren Körper als Waffe. Das bedeutet: Sie müssen heran an den Feind, in den Nahkampf. Aliens schlagen aus dem Hinterhalt zu, fallen von Decken und Wänden und hauen mit ihren Klauen zu oder rammen ihren klingenscharfen Schwanz in den Körper des Gegners. Sie fällen jeden Feind mit wenigen Hieben, auch die starken Predators. Aber sie halten selbst nicht viel aus; wenn sie getroffen werden, müssen sie sich zurückziehen. Dann heilen sie in kurzer Zeit vollständig. Aliens riechen die Pheromone anderer Lebewesen; sie erkennen sie durch Wände hindurch, und die Tarnung des Predators hat für sie keine Bedeutung.

Aliens vs. Predator - Preview

Im Multiplayer-Modus zum ersten Mal ein Alien zu spielen ist eine eindrucksvolle Erfahrung. Blitzschnell wischt man durch die Levels, überraschte Feinde fallen in Nullkommanichts unter den Hieben. Im Schatten zu lauern und einem nichtsahnenden Marine ins Gesicht zu springen macht diebischen Spaß. Aber ein Alien effektiv zu steuern ist eine Herausforderung, denn nur wer das Level in- und auswendig kennt, behält auch dann die Orientierung, wenn er an Wänden und Decken hängt. Die Perspektivwechsel sind verwirrend. Beim Probespielen in London sieht man Aliens, die wieder und wieder um einen Baumstamm kreisen, weil sie den Boden nicht mehr finden, oder solche, die panisch nach ihrem eigenen Schwanz schlagen, weil der beim Rückwärtslaufen ins Sichtfeld baumelt.