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Geldregen für Android-Konsole Ouya

Ouya
Dementsprechend können sich die Macher rund um die ehemalige IGN-Redakteurin Julie Uhrmann und Xbox-Vater Ed Fries die Hände reiben. Sollte der Geldregen so weiter gehen - nach nicht mal drei Tagen sind über 4,32 Millionen US-Dollar in der Kasse, spült die Kickstarter-Aktion laut einer Hochrechnung des Portals am Ende der noch verbleibenden 27 Tage Laufzeit rund 40 Millionen US-Dollar in die Kassen der Verantwortlichen. Gleichzeitig ist die Aktion schon jetzt die erfolgreichste Kickstarter-Spendenrunde aller Zeiten.
Mit dem Geld sollen die nötigen Lizenzen für den Verkauf erworben, der Prototyp in Serienproduktion und - sofern noch Geld vorhanden ist - First-Party-Spiele in Auftrag gegeben werden. Inzwischen haben die Verantwortlichen eine Umfrage online gestellt, welche bekannten Titel sich die Anhängerschaft für den Launch am meisten wünschen.
Die Konsole selbst soll lediglich 99 US-Dollar kosten - und komplett hackbar sein. Wer will, kann nicht nur am Betriebssystem auf Basis von Android 4.0 herumdoktorn, auch die Hardware selbst kann problemlos modifiziert und variiert werden.
Die Hardware-Ausstattung selbst fällt moderat aus und bewegt sich auf (hohem) Tablet-Niveau: Neben einem Tegra-3-Vierkernprozessor ist in dem vom Designer Yves Behar edel gestalteten Würfel 1 Gigabyte Ram verbaut, dazu acht Gigabyte Flashspeicher für das Betriebssystem und andere Daten. Verbunden wird die Konsole über einen HDMI-Ausgang mit dem Fernseher, Ouya unterstützt bis zu 1080p. In Punkto Verbindung wartet die Konsole mit WiFi im 802.11 b/g/n-Standard und Bluetooth LE 4.0 auf. Ferner wurde noch an einen USB 2.0-Anschluss für externe Komponenten gedacht.
Controller für alle Fälle
Eine Besonderheit gibt es beim Controller: Neben den Standardtasten wurde ein Touchpad verbaut - ideal für Mobilegames. Doch stellen die Macher klar, dass Ouya mehr leisten kann als nur die üblichen Verdächtigen wie "Angry Birds" oder "Cut the Rope" darzustellen. Dennoch ein gewiefter Schritt: Denn zum einen werden so die Gelegenheitsspieler abgeholt, die gemütlich von der Couch aus auf dem großen Fernseher ihre vom Smartphone oder Tablet bekannten Lieblingsspiele spielen können. Zum anderen können aber auch Coregamer Titel wie "Team Fortress 2" oder "League of Legends" auf der großen Mattscheibe genießen.
Entwicklers Liebling
Besonders interessant dürfte Ouya jedoch für den Indie-Markt sein, sprich: kreative Einzelkämpfer und kleine Teams, die es sich bislang nicht leisten konnten, die teuren Lizenzen für die Xbox 360 oder die Playstation 3 zu erwerben. So kann es durchaus passieren, dass viele gewitzte Indietitel künftig zuerst auf der Android-Konsole stattfinden und später - sollten sie genügend Geld eingespielt haben - auch für andere Plattformen verfügbar sein. Denn bei Ouya gibt es keinerlei Lizenzierungsgebühren, Spiele kommen direkt als Download auf die Konsole. Gleichzeitig fungiert jede Ouya-Konsole als Entwicklerkit - die Startkosten für Spieleentwicklungen bleiben so äußerst überschaubar.
Spiele für alle
Doch nicht nur die Entwickler, auch die Gamer profitieren von Ouya: So sollen alle Titel mehr oder weniger Free-2-Play sein, zumindest aber müssen Entwickler eine umfangreiche Demo anbieten, die dem Interessierten genügend Spielzeit einräumt, um eine Kaufentscheidung zu fällen. Von den Verkäufen - egal ob es ein Abonnement, ein Upgrade auf eine Vollversion oder Mikrotransaktionen sind - kassiert Ouya einen Betrag in Höhe von 30 Prozent des Umsatzes, berichtete das Branchenblog "Engadget".
Für Microsoft und Sony könnte das ambitionierte Indie-Projekt tatsächlich zu einem ernsthaften Konkurrenten werden: Der Anschaffungspreis ist nahezu lächerlich gering und bietet die Chance, sowohl Core- als auch Gelegenheitsspieler abzuholen - sofern es genügend Spiele für die Konsole gibt. Doch dies dürfte aufgrund des kunden- und entwicklerfreundlichen Geschäftsmodells nur eine Frage der Zeit sein.
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