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20 November 2012 | Von Jens-Ekkehard Bernerth

"Dishonored - Die Maske des Zorns" im Test: Mutiger Neuling mit Tiefgang

Mit "Dishonored - Die Maske des Zorns" bringen die Arkane Studios und Publisher Bethesda ein mutiges Schleich-Actionspiel auf den Markt, das dem Spieler nicht nur eine spannende Rache-Story, sondern auch eine fantastische Spielwelt bietet. Makellos ist der Titel jedoch nicht.


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Abgelichtet: "Dishonored: Maske des Zorns"

Es ist immer wieder erfrischend, wenn sich Publisher dazu entschließen, anstelle des x-ten Aufgusses etablierter Spiele-Reihen neue Wege zu beschreiten - selbst auf die Gefahr hin, dass der Titel enttäuschen könnte, sei es in kommerzieller oder wenigstens spielerischer Hinsicht. Davon kann gerade der US-Publisher Bethesda ein Lied singen: "Hunted: Die Schmiede der Finsternis", "Brink" oder id Softwares "Rage" wurden mit viel Tamtam auf den Markt gebracht, konnten aber letzten Endes aus den verschiedensten Gründen nicht vollends überzeugen.

Ein Schicksal, dem "Dishonored" entgehen dürfte: Das Actionspiel begeistert nicht nur mit einer spannenden Story rund um den Assassinen Corvo Attano, der in ein intrigantes, mörderisches Spiel verstrickt wird, sondern bietet auch gewitzte Ideen und vor allem viele spielerische Möglichkeiten in der düsteren Stadt Dunwall.

Eine Seuche wütet innerhalb der Stadtmauern, dazu sorgt eine mysteriöse Rattenplage für Panik und Tote. An sich sollte Corvo, der Leibwächter der Kaiserin, die umliegenden Länder zur Hilfe gegen die Plagen bewegen, jedoch erfolglos. Als er früher von erwartet von seiner Mission wiederkehrt, muss er mitansehen, wie die Regentin von vermummten Meuchelmördern umgebracht wird. Obendrein wird er zu Unrecht des Mordes beschuldigt und ins Gefängnis gesteckt. Dort sinnt er auf Rache gegen die Hintermänner des Anschlags, was für circa zehn Stunden beste Unterhaltung bietet.

Viel Freiheit in einer linearen Welt

Obwohl "Dishonored" an sich streng linear ist, können die Aufträge auf verschiedenste Art und Weise angegangen werden. Zunächst gibt es das für ein Actionspiel banalste Vorgehen zum Problemlösen: Waffengewalt. Wie ein Terminator kann in "Dishonored" mit mittelalterlichen Schuss- und Hiebwaffen durch die Reihen der Stadtwache gepflügt und am Ende die Zielperson ausgeschaltet werden.

Doch geht es auch subtiler: Beispielsweise indem mittels der übernatürlichen Fähigkeit "Beherrschung" entweder in den Körper des Opfers geschlüpft wird, um ihn mehr oder weniger freiwillig in den Selbstmord zu stürzen. Oder aber es wird der weniger gewalttätige Weg gewählt, indem das Leben der Zielperson geschont wird. So viel sei verraten: Eine grausame Strafe ist den Übeltätern jedoch oft trotzdem sicher.

"Dishonored" spielt in einer düsteren Welt mit Steampunk-Einflüssen (© Screenshot)

Eine Frage der Moral

Auch bei der Herangehensweise gibt es verschiedene Optionen, die zum erfolgreichen Abschluss einer Mission führen. Auf Wunsch können die Aufträge sogar ohne ein einziges Todesopfer beendet werden. Dabei stellt "Dishonored" den Spieler nie vor die Wahl, einzig die eigene Moral entscheidet über die Vorgehensweise und die Anzahl der Leichen.

Wachen können mittels Betäubungspfeilen und Würgegriff ausgeschaltet werden, zudem kann Protagonist Corvo auf einige übersinnliche Fähigkeiten zurückgreifen. Wie er die erlangt, mutet etwas obskur an und verleiht der Geschichte einen etwas übertrieben-übersinnlichen Touch, passt aber dennoch halbwegs ins Story-Gefüge.

Das bereits genannte "Beherrschung" lässt sich auch auf Ratten anwenden, wodurch Lüftungsschächte zu neuen Wegen werden. Dank "Dunkler Vision" kann der Leibwächter der Kaiserin durch Wände sehen, außerdem mittels "Zeitkurve" die Zeit anhalten. Am praktischsten dürfte "Blinzeln" sein, womit Corve sich wild in den Arealen herumteleportieren kann.

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Derart ausgerüstet schleicht und teleportiert sich der Meisterassassine durch Kanäle, das Hauptquartier der Overseer, ein Freudenhaus sowie jede Menge heruntergekommener Häuser und besucht sogar einen Maskenball der Aristokratie. Dabei sind die Level-Abschnitte eher klein ausgefallen, immer wieder wird der Spielfluss durch Ladebildschirme unterbrochen. Wenigstens sind die Ladezeiten auf dem PC gering ausgefallen. Entdeckernaturen kommen dank der versteckten Herzen und Charms auch auf ihre Kosten, die für verbesserte Charakterwerte und neue Fähigkeiten sorgen. Neben den Hauptaufträgen gibt es immer wieder Nebenmissionen, die sich ebenfalls auf die Spielwelt und den Storyverlauf auswirken.

Nicht alles ist gelungen

Trotz all des Lobs: Perfekt ist "Dishonored" nicht geworden. So trüben manche KI-Aussetzer das Bild; im Test kam es öfters vor, dass Wachen vor dem in einer Ecke kauernden Corvo standen, ihn aber trotzdem nicht aufspürten. Zudem ist die sonst spektakulär gestaltete Stadt Dunwall mit so manch matschiger Textur versehen. Sprachsamples wiederholen sich, und Lippensynchronität ist Wunschdenken. Auch nervt die Design-Entscheidung, dass beim Schwimmen nicht die blutgierigen Fische mit dem Säbel abgemurkst werden können. Warum das so ist, wissen wohl nur die Designer.

Eine Sache des Geschmacks dürfte der stumme Corvo sein: Wie Weiland-Gordon Freeman kommt auch ihm kein Wort über die Lippen. Trotzdem mutet er im Vergleich zum "Half-Life"-Recken weniger distanziert an. Die übrigens Sprecher, darunter die Hollywood-Stars Susan Sarandon und Michael Madsen, liefern hingegen eine hervorragende Leistung ab - zumindest im englischen Original.

Was bleibt? "Dishonored" ist ein herausragendes Spiel geworden. Der schlaue Mix aus Action, Schleichsequenzen und Rollenspielelementen unterhält bestens, und die verschiedenen Vorangehensweisen verleiten zum mehrmaligen Durchspielen. Selten war eine Vendetta derart clever und vielseitig inszeniert, die zudem noch wie die brillanten "Thief"-Spiele eine ganz außergewöhnliche Atmosphäre bietet.

Erwischt: Dieser Wachmann hat Corvo aufgespürt - Kampf oder Flucht ist die Konsequenz (© Screenshot)

Erwischt: Dieser Wachmann hat Corvo aufgespürt - Kampf oder Flucht ist die Konsequenz.

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1Kommentar
19. Nov 2012 11:13
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und wieder ein Müll Kommentar, Ich hab das Spiel durch und es war einer der besten die ich je gespielt habe.
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