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"Call of Duty: Black Ops 2" in der Preview: Gewaltige Dreifaltigkeit

Activision
Das Leben eines Spiele-Entwicklers beinhaltet auch Tage wie diesen: Neun Stunden lang in einem dunklen, schlecht belüftetem Raum stehen, jetlag-geplagt immer und immer wieder dieselbe Powerpoint-Präsentation zeigen und anschließend Interviews geben.
Jay Puryear scheint dies nichts auszumachen. Der Director of Brand Development des US-Entwicklers Treyarch redet gerne über das aktuelle Baby des Studios, nämlich "Call of Duty: Black Ops 2". Sonderlich viel neues hat der stämmige US-Amerikaner dabei zwar nicht verraten, doch hat das Gezeigte nicht nur visuell einen äußerst guten Eindruck hinterlassen.
Die Geschichte geht weiter...
"Black Ops 2" setzt unmittelbar nach den Geschehnissen von Teil 1 ein. Ein Drittel der Geschichte findet in den 80ern statt, die übrigen zwei Drittel im Jahr 2025. Die Story passt dabei auf einen Bierdeckel: Oberbösewicht Raul Menendez, gesprochen von Wotan Wilke Möhring, will US-Kampfdrohnen gegen die Vereinigten Staaten einsetzen, der Spieler muss ihn aufhalten.
Für die Zukunftsszenarien hat Treyarch ein wenig in die Glaskugel geschaut und P.W. Singer als Berater verpflichtet. Der Autor ("Wired for war") ist Experte für moderne Kriegsführung, weshalb Treyarch das Setting des Spiels gerne als "possible reality" (mögliche Realität) bezeichnet - Militäreinsätze könnten spätestens in 13 Jahren tatsächlich so stattfinden, wie es beispielsweise in der Präsentation gezeigt wurde.
Wie einstmals Tom Cruise...
Da kraxeln Elite-Soldaten in der "Cerelium"-Mission im Urwald von Myanmar mit Hilfe von Nano-Handschuhen wie Spider-Man oder Tom Cruise in "Mission Impossible 4" an glatten Felswänden entlang, stürzen sich anschließend im Wingsuite von der Klippe, um mehrere hundert Meter zur Basis des Schurken zurückzulegen, und packen dort ihre Hightech-Visiere und Zukunftswaffen aus. Etwa ein fieses Sturmgewehr, das anstelle von Kugeln Explosionsprojektile verschießt, die am Gegner haften, bevor sie ihn - ohne Splatter-Effekte - in die Luft jagen. Oder eine EMP-Granate, welche dafür sorgt, dass unsichtbaren Gegnern der Tarnanzug versagt.
Die Action an sich ist serientypisch temporeich und laut. Neben den vertrauten Baller-Scharmützeln gab es natürlich auch eine Moorhuhn-Geschützszene zu sehen, in der das MG einer Drohne gehackt und gegen die eigentlichen Besitzer eingesetzt wurde. Vorgescriptete Szenen wie ein vom Blitz getroffener umstürzender Baum oder ein zusammenkrachender Tempel haben ebenfalls wieder ihren Weg ins Spiel gefunden und sorgen für ein wenig Dynamik im Balleralltag.
Ansonsten soll das Spielgeschehen noch durch die Strike-Force-Missionen aufgelockert werden - taktische Sandbox-Intermezzi, die sich auf den Verlauf der Story auswirken sollen. Den KI-gesteuerten Kollegen kann in einer Art Kommando-Modus Anweisungen gegeben werden, um im nächsten Moment auf Knopfdruck selbst ins Geschehen einzugreifen. Dabei kann ein beliebiges Squadmitglied übernommen werden. Gezeigt wurde davon in München aber nichts, es bei der Urwald-Ballerei.
Alt aber knackig?
Auffällig war die gute Visualisierung des Titels: Obwohl "Black Ops 2" nach wie vor auf der sieben Jahre alten IW-Engine läuft, die selbst wiederum auf einer noch älteren Engine basiert (der id Tech Engine 3 aus dem Jahr 1999), sieht der Titel überraschend gut aus. Das liegt vor allem wohl daran, dass die Engine kontinuierlich überarbeitet, aktualisiert und erweitert wurde, etwa um HDR-Beleuchtung, Bounce Lighting, Self Shadowing sowie eine neue Technik namens Reveal Mapping, die für bessere Texturen sorgen soll.
Die durch den Flugwind vom Visier abperlenden Regentropfen, die detaillierten Anzüge und Waffen der Protagonisten sowie die guten Lichteffekte waren recht überzeugend. Ob sich der Eindruck hält, wenn das Ganze aus nächster Nahe betrachtet wird, wird sich jedoch erst im ausführlichen Test zeigen.
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