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13 November 2012 | Von Jens-Ekkehard Bernerth/MSN

"Call of Duty: Black Ops 2" angespielt: Gewalt ist geil?

"Call of Duty: Black Ops 2" kommt heute auf den Markt. Wir haben den Ego-Shooter von Entwickler Treyarch exakt jeweils eine Stunde im Einzel- und Mehrspielermodus getestet. Das vorläufige Fazit fällt jedoch nicht auf ganzer Linie begeistert aus.


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So sieht die erste Stunde des Shooters aus

Die Grenzen des guten Geschmacks verlaufen fließend. Wann ist explizite Gewaltdarstellung ein sinnvolles Stilmittel zur Abschreckung, wann billige Gewalthascherei ohne tieferen Sinn?

Im Falle der "Call of Duty"-Reihe gehört die Provokation seit jeher zum "guten Ton". Egal ob das Flughafenmassaker in der ungeschnittenen Version von "Modern Warfare 2", in dem auf einem Flughafen unbewaffnete Zivilisten hingerichtet werden müssen, oder eine Folterszene im direkten Vorgänger "Black Ops": Die explizite Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch die Serie - und ist spielerisch oder moralisch im seltensten Fall nötig oder vertretbar.

So auch bei "Black Ops 2": Warum muss gleich zu Beginn des Spiels ein schwer verbranntes Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren gezeigt werden, die elendig ihren Verbrennungen erliegt? Und warum muss wenige Minuten später mitangesehen werden, wie ein namenloser, für die Geschichte vermutlich völlig unbedeutender Soldat jämmerlich unter Schmerzensschreien in einem Jeep verbrennt, mit verkohltem Kopf und aufgeplatzten Hautflächen?

Billige Effekthascherei, die per se nicht zu rechtfertigen ist und den Einstieg in die erste Stunde des Shooters gehörig vermiest. Gut, vor Beginn der Kampagne kann gewählt werden, ob derart drastische Szenen angezeigt werden sollen oder nicht. Doch warum Entwickler Treyarch überhaupt diesen blutigen Pfad weiter beschreitet, ist nicht nachzuvollziehen.

Immerhin gestalten sich die nächsten Minuten nach dem Brandgemetzel und dem Intro-Streifen "zivilisierter". In Angola des Jahres 1986 muss David Mason, Protagonist des ersten Teils, zusammen mit afrikanischen Milizen seinen Kumpel Woods retten. Unter dramatisch-heroischer, bedeutungsschwangerer Musik im schönsten Zimmer-Style wummert und kracht es aus den Boxen, Panzer ballern, Maschinengewehre rattern, Granaten explodieren, und Mason pflügt sich seinen Weg durch die Reihen. Mörsernester wollen ausgehoben, MG-Schützen ausgeschaltet und mittels Helikopter und dicken Raketen Panzer geknackt werden.

Es lebe die Selbstheilung des Körpers

Typisch für den Titel heilen Wunden nach kurzer Zeit von selbst, während die dümmlich agierenden Gegner reihenweise ins Gras beißen. Nach der Schlachtfeldszene geht es weiter auf einem Seelenkutter, auf den Woods angeblich verschleppt worden sein soll. Nach diversen Scharmützeln, unter anderem mit den üblichen stationären MG-auf-Fahrzeug-Ballerszenen und den ebenfalls altbekannten Valkyrie-Rakete-auf-Flugobjekt-Ereignis wird der Gesuchte schließlich in einem Container auf dem Boot entdeckt. Auch hier holt Treyarch die Schockkeule raus: Halbverweste Leichen pflastern den Weg zum Elite-Soldaten, der ebenfalls wie ein halber Toter aussieht.

"Black Ops 2": Action (© Screenshot)

Nachdem das Boot gestrandet ist, müssen sich Mason & Co. durch den Urwald schlagen. Natürlich treffen sie dort auf Kindersoldaten, und es rumort unangenehm in der Magengrube angesichts der dunklen Vorahnung. Glücklicherweise bricht Treyarch wenigstens nicht das Tabu, Kinder erschießen zu müssen. Denn das wäre für unseren Geschmack endgültig zu weit gegangen.

Stattdessen muss sich auf der Suche nach einem Funkgerät an den Patrouillen vorbeigeschlichen werden. Nach kurzer Zeit ist es auch gefunden - dumm nur, dass der junge Raul Menendez davorsitzt, gesprochen von Schauspieler Wotan Wilke Möhring (mehr dazu im Video-Interview auf MSN.de). Das erste Aufeinandertreffen zwischen Mason und Menendez endet ohne größeres Blutvergießen. Hätte Mason damals gewusst, dass Menendez später als der gefährlichste Terrorist der Welt gilt, hätte er wohl nicht gezögert, abzudrücken.

Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd durch den Dschungel, mit jeder Menge toter Milizen und einem natürlichen glücklichen Ausgang für die US-Helden.

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An sich sieht "Black Ops 2" recht gut aus. Doch bei näherem Betrachten zeigen sich einmal mehr hässliche Umgebungstexturen.

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