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"Borderlands 2" im Test: Primitiv, bunt, lustig
Das Spiel mit dem "Wub Wub" ist zurück. Einmal mehr schickt Gearbox vier abgedrehte Helden - Pardon, Vault Hunter - in ein noch abgedrehteres Abenteuer, in dem sich alles um Beute, Handsome Jack und unglaublich dicke Waffen dreht.
Besagter Handsome Jack ist der äußerst süffisante Oberbösewicht des Spiels. Der Kopf der Hyperion Corporation ist gleichzeitig der Diktator des Planeten Pandora, jenem lebensfeindlichen Himmelskörper, auf dem die Action stattfindet.
Veteranen dürften sich sofort zu Hause fühlen. Denn "Borderlands 2" hütet sich, etwas am erfolgreichen Spielprinzips des Vorgängers zu ändern. Stattdessen haben die Macher lediglich Feinarbeit betrieben, hier justiert und dort ein Schräubchen gedreht. Das Resultat: "Borderlands 2" geht äußerst flüssig und süchtig-machend von der Hand, was auch an den schnellen ersten Erfolgen liegt: Die erste Wumme ist rasch gefunden, die ersten Levelaufstiege ruckzuck geschafft.
Wie bei einem klassischen Action-Rollenspiel gibt es bei jeder neuen Stufe einen Talentpunkt, der in drei Talentbäumen Charakterverbesserungen freischaltet. Ebenfalls für Verbesserungen sorgt der Badass-Rang: Für das Erfüllen bestimmter Ziele oder Herausforderungen setzt es passive Boni. Die sind Borderlands-typisch teils abgedreht, teils Standardkost, etwa wenn 250 Fernschüsse gesetzt oder eine bestimmte Anzahl Halbwüchsiger aus Ketten befreit werden müssen.
Sammeln, sammeln, sammeln
Auch in Punkto Inventar ist "Borderlands 2" mehr klassisches Action-Rollenspiel denn typischer Shooter: Beim Durchstreifen der kargen Landschaften von Pandora quillt schon nach kurzer Zeit der Rucksack über vor lauter Beute, die Gegner fallen lassen und die es in zahlreichen Truhen und Fässern zu finden gibt. Hat das erste "Borderlands" schon einen Guinness-Buch-der-Rekorde-Eintrag für die meisten Waffen in einem Videospiel inne, dürfte der Zweitling diesen Rekord mühelos übertreffen.
Ein Lob verdient Gearbox für die Gegnerbandbreite - und den Humor, selbst wenn letzterer reichlich plump und primitiv ausfällt. Wen das nicht stört, dürfte häufig mit einem Grinsen durch Pandora ziehen, beispielsweise wenn auf den ekelhaft versifften Toiletten ein Schild mit "No fapping" hängt.
Spaß mit Makeln
Doch ist nicht alles perfekt im "Borderlands 2"-Universum. Das Spiel hat durchaus seine Hänger, vor allem die teils langen Laufwege nerven. Auch sind die Aufträge oft zu ähnlich, sie laufen meist auf "Töte alles, was sich bewegt" hinaus. Trotzdem erzählt so manche optionale Story eine nette kleine Geschichte, weshalb nicht nur stur der Hauptstorylinie gefolgt werden sollte.
Macht "Borderlands 2" alleine schon jede Menge Spaß, wird das Spiel im Online-Modus immer besser. Dabei kann jederzeit ohne Neustart zwischen on- und offline umgeschaltet werden. Der Vorteil: Es gibt mehr Erfahrungspunkte und bessere Waffen. Der Nachteil: Beute wird nach dem "First come, first served"-Prinzip verteilt. Oder anders gesagt: Wer zu langsam bei der besonders wertvollen Waffe ist, schaut dumm in die Röhre. Denn ein Beute-System nach Gier/Bedarf gibt es nicht, weshalb bei öffentlichen Spielen klare Absprachen mit den Squad-Mitgliedern getroffen werden sollten, um den Frust niedrig zu halten. Beim Zocken mit Freunden dürfte der Gierfaktor ohnehin geringer ausfallen.
Audiovisuell gibt es bei "Borderlands 2" nichts zu meckern. Der Cel-Shading-Look sieht hervorragend aus, und die von Fans liebevoll "Wub Wub"-genannte Elektro-Country-Musik umschmeichelt das Ohr - nur um im nächsten Moment von den krachigen Soundeffekten malträtiert zu werden. Schön.
Was bleibt unterm Strich? "Borderlands 2" ist eines der spaßigsten Action-Highlights des Jahres. Die Gegner verhalten sich clever, es gibt jede Menge zu entdecken und zu tun, und die Inszenierung ist äußerst gefällig. Für einen möglichen Teil 3 wäre ein Beutesystem wünschenswert - und vielleicht ein paar abwechslungsreichere Missionstypen.
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"Borderlands 2" - Gearbox/2K -PC, PS3, XBox 360 - 50 Euro, bereits erhältlich
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