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27 Juli 2012 | Von Jens-Ekkehard Bernerth

3D-Fernseher Toshiba 55ZL2 im Praxistest: Revolution im Fernsehland

55 Zoll groß, um die 30 Kilogramm schwer - und eine Technik von morgen: Der Toshiba 55ZL2 vereint modernste, brillenlose 3D-Technik und ein ansprechendes Äußeres. Doch hat der Fernseher einen entscheidenden Nachteil: Den Preis.


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Abgelichtet: Toshiba ZL2 (Bild: Toshiba)

Toshiba ZL2 (© Toshiba)

Satte 8000 Euro will Toshiba für die Kiste haben - eine unvorstellbare Summe, für die man beispielsweise einen Kleinwagen oder eine perfekt ausgestattete Küche kaufen könnte.

Doch richtet sich der Hersteller mit dem Gerät nicht an den Durchschnittskäufer, der sich mal eben im Media Markt für maximal 800 Euro eine Glotze holt. Stattdessen haben die Japaner klar Technikliebhaber im Visier, für die Geld keine Rolle spielt und die immer die neuesten Technikspielzeuge im Wohnzimmer haben müssen. Mit dem ZL2 bekommt diese Zielgruppe einiges geboten: Ein Quad-FullHD-LED-Panel, das mit 3840 mal 2160 Pixeln auflöst, die leistungsstarke CEVO-Engine mit zwei Videoprozessoren und Echtzeitrendering sowie diverse Bildverbesserer wie Resolution+ und den Hollywood-Modus, der mit besonderer Farbechtheit das Filmmaterial so darstellen so, wie es die Regisseure im Sinn hatten.

"Gamechanger" aus Japan

Gleichzeitig gilt der Toshiba ZL2 aber auch als Warnschuss an die Konkurrenz von Samsung, LG & Co. - und als "Gamechanger". Denn bislang wurde 3D nur mit Shutter- oder Polfilterbrillen realisiert, was zum einen selten komfortabel, zum anderen auch ins Geld gehen konnte. Ein Brillensatz für eine vierköpfige Familie riss schon mal ein Loch in den Geldbeutel in Höhe von 200 bis 400 Euro - zusätzlich zu den Anschaffungskosten des Fernsehers. Für den ZL2 wird keinerlei Zusatzhardware benötigt, er ist autostereoskopisch - eine Technik, die Hollywood-Regisseur und 3D-Pionier James Cameron als "den nächsten großen Schritt" bezeichnete.

Allerdings müssen bei der 3D-Wiedergabe einige Besonderheiten beachtet werden, wie etwa der Sitzabstand. Nach Angaben von Toshiba beträgt die optimale Distanz 2,20 Meter. Maximal fünf Personen können erfasst und mit neun Perspektiven a 1280 mal 720 Pixeln bedacht werden. Jedoch sollten die Zuschauer während der Filmwiedergabe so ruhig wie möglich dransitzen.

Denn im Rahmen des eleganten Geräts sind schräg oberhalb des Panels Linsen untergebracht, die das Bild direkt auf die Augen der Zuschauer projizieren. Erfasst werden die Personen über eine im Rahmen des Geräts verbaute Kamera. Wer viel zappelt, kann allerdings nicht mehr genau mit den Bildern "beschossen" werden. Ein verschwommenes 3D-Bild ist das Resultat, das manuell nachjustiert werden muss. Dies geschieht mittels der Fernbedienung, die auf Knopfdruck die Linsen neu ausrichtet.

Gemischtes Bild im Praxistest

Im dreitägigen Praxistest, in dessen Verlauf mehrere Redakteure der MSN-Redaktion sich vor den Toshiba-Fernseher klemmten, kam es zu unterschiedlichen Resultaten. Waren einige von der Tiefe und der Farbechtheit des Bildes äußerst angetan, klagten andere über Kopfweh nach kurzer Zeit. Auch kam es manchmal zu Schlierenbildung und einem leichten Moire-Effekt, zudem konnten manche keinen dreidimensionalen Effekt feststellen.

Dennoch muss dem Toshiba attestiert werden, dass die Figuren - besonders in "Avatar" sehr plastisch wirkten, und das Filmmaterial eine positive Tiefe besaß. Dennoch dürften viele das 3D-Erlebnis mit Shutter- oder Polfilterbrillen als intensiver empfinden, das Nachjustieren der Linsen sorgt zudem für teils ärgerliche Pausen und "aus dem Film gerissen werden", vor allem wenn mehrere Leute vor dem Fernseher saßen. Auch beim Spielen war der 3D-Effekt erst über ein manuelles Einstellen mittels der Fernbedienung möglich, ein automatisches Erkennen des 3D-Signals von "Gears of War 3" konnte nicht festgestellt werden.

Das Fazit fällt deshalb eindeutig aus: Für 8000 Euro ist das Gebotene unserer Meinung nach zu wenig - Farbechtheit, brillenloses 3D und 4K-Auflösung, die sonst keinerlei Nutzen hat, hin- oder her. Trotzdem ist es definitiv der richtige Schritt in die richtige Richtung, und es dürfte spannend werden, wie die Mitbewerber und Toshiba selbst in den kommenden Monaten das brillenlose 3D noch optimieren und gleichzeitig bezahlbar machen. Denn nach dem Erleben des Toshiba ZL2 fällt es schon schwer, zum 3D-Genuss mit Brille zurückzukehren.

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3Kommentare
29. Jul 2012 23:02
avatar
Bei diesen miesen Sendern rechtfertigt sich nicht mal Schwarz-Weiß Fernsehen!
12. Aug 2012 20:26
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wer bei dem riesigen senderangebot nicht das passende für sich findet,dem kann man nicht helfen
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